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Schluckstörung

Schluck-Störungen - Therapiezeentrum Trapp RüsselsheimBei Kindern sind hier im weiteren Sinne die myofunktionellen Störungen zu verstehen, ein Ungleichgewicht der Muskel-funktionen in Gesicht und Mund, wodurch die Bewegung und Koordination der am Schlucken beteiligten Muskulatur nicht vollständig ausreifen kann und auf dem Stand eines Kleinkindes stehen bleibt.

Während bei einem Säugling das Vorwärtsstoßen der Zunge aus dem Mund heraus lebensnotwendig ist, um die Brustwarze der Mutter (oder den Flaschensauger) zu umfassen und die Nahrung herauszusaugen, muss dieses Bewegungsmuster im Laufe der Zeit verändert werden, um das Kauen und Schlucken fester Nahrung zu ermöglichen: die Zunge muss im Mund bleiben und sich nach oben, gegen den Gaumen richten.

Kinder, bei denen das nicht geschieht, lispeln häufig, da ihre Zunge auch während des Sprechens nach vorne zwischen oder gegen die Zähne stößt. Beim Schlucken drückt die Zunge außerdem gegen die Schneidezähne, wodurch diese nach vorne gestoßen werden und schief wachsen. Auch der Gaumen wird verformt, weshalb kieferorthopädische Maßnahmen ergriffen werden müssen. Wird jedoch nicht vorher durch eine Schlucktherapie das Schlucken normalisiert, können diese nur erschwert durchgeführt werden und dauern länger als nötig.

Weitere mögliche Folgen eines fehlerhaften Schluckens können auch sein: Mittelohrentzündungen sowie Beeinträchtigung der Mundflora und der Atemwege, da diese Kinder meistens durch den ständig geöffneten Mund atmen und dadurch die empfindlichen Schleimhäute austrocknen.
Schluckstörungen haben ihre Ursachen häufig in Syndromerkrankungen, z.B. dem Morbus Down, neurologischen Erkrankungen oder Schlaganfällen. Sie kommen jedoch auch bei Frühgeborenen vor, die noch nicht ausgereift sind, oder bei denen eine Grunderkrankung vorliegt.

Bei Erwachsenen entstehen Schluckstörungen meistens infolge eines Schlaganfalles oder eines Schädel-Hirn-Traumas, einer chronischen neurodegenerativen Erkrankung (z.B. Chorea Huntington, Multiple Sklerose, ALS), durch Tumore in Gehirn, Mundboden, Speiseröhre.

Bei all diesen Erkrankungen sollte unbedingt durch eine klinische Untersuchung frühzeitig eine Dysphagie ausgeschlossen werden, da es sonst durch Aspiration von Nahrung in die Lunge zu Lungenentzündungen kommen kann. Auch für die logopädische Behandlung ergeben sich durch eine solche Diagnostik wichtige Hinweise für die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen.

Behandlungswege

Bei myofunktionellen Störungen werden mithilfe spezieller Übungen Kraft, Geschicklichkeit und Zusammenspiel von Gesichts- und Mundmuskulatur gesteigert, um das korrekte Schlucken zu erreichen – oft als Vorbereitung einer kieferorthopädischen Maßnahme.

Auch bei fortschreitenden neurologischen Erkrankungen wird an diesen Zielen gearbeitet, um die orale Ernährung so lange wie möglich zu gewährleisten.

Wenn notwendig werden diese Übungen durch zusätzliche Therapieansätze (PNF, Neuromotorische Kontrolle, F.O.T.T, Lymphmassage, cranio-sakrale Therapie) ergänzt.

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