Sprachstörung
Bei Kindern besteht die logopädische Therapie zum Großteil in der Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen, z.B. in den Bereichen Wortschatz, Sprachverständnis, Grammatik und Phonologie. Diese Kinder fallen bereits im frühen Kindergartenalter dadurch auf, dass sie nur wenige Wörter aktiv verwenden, ihren Kommunikationspartner häufig nicht verstehen, nur einfache, kurze, ungrammatische Sätze sprechen und Sprachlaute fehlerhaft bilden, auslassen oder durch andere Laute ersetzen.
Bei Erwachsenen überwiegt in diesem Bereich die Arbeit mit Patienten, die eine Aphasie (Verlust der Sprache) erlitten haben. Meistens geschieht das durch einen Schlaganfall, aber auch durch Schädel-Hirn-Trauma, Tumoren, entzündliche Prozesse oder Vergiftungen.
Wird die linke Gehirnhälfte betroffen, werden die Sprachzentren beeinträchtigt, und in den meisten Fällen die Wahrnehmung und Motorik der rechten Körperseite. Eine Behandlung mit Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie sollte idealerweise bereits im Krankenhaus auf der Schlaganfallstation (Stroke Unit) erfolgen, spätestens aber in der Reha-Klinik, und danach durch niedergelassene Therapeuten vor Ort fortgesetzt werden.
Bei einer Aphasie ist zu beachten, dass bei einer Schädigung des Gehirns oft noch andere Störungen gleichzeitig auftreten können (Dysarthrophonie, Apraxie, Ataxie, Dysphagie).
Behandlungswege
Bei Kindern erfolgt nach einer ausführlichen Diagnostik die auf das einzelne Kind abgestimmte Therapie: z.B. Aufbau von Wortschatz und Sprachverständnis durch Sprach- und Rollenspiele; das Erforschen der eigenen Sprache und ihrer Regeln; das Entdecken von Sprachlauten und ihrer regelhaften Anwendung…
Bei Erwachsenen mit einer Aphasie müssen, je nach Schwere der Beeinträchtigung, die Sprache wiederentdeckt und Wörter, grammatische Zusammenhänge, Buchstaben und Laute, Lesen und Schreiben wieder erlernt werden. Auch Konzentration und Aufmerksamkeit, die oft stark beeinträchtigt sind, werden behandelt. Eine gute Ergänzung ist hierbei die Ergotherapie.